Viel Input, reger Austausch und Visionen: Erstes Netzwerktreffen macht Lust auf Fortsetzung

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Viel fachlichen Input zu aktuellen Themen, regen Austausch und Raum für Kreativität sowie Visionen: das bot das 1. Netzwerktreffen vom Netzwerkbüro für Nachhaltigkeit im Sport in der Lausitz. Eine Fortsetzung folgt.

Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen der Region, darunter der SV Grün-Weiß Dissen, die SG Burg, ESV Lok Cottbus, SC Cottbus, der Brandenburgische Präventions- und Rehabilationssportverein, SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen, die Niederlausitzer Grenzwallschützen von 1995 aus Laubsdorf, vom LKT Team Brandenburg, Vertreter der Bauhausschule Cottbus und vom Bereich Cottbus des Olympiastützpunktes (OSP) Brandenburg, vom Projekt QLEE (Qualifizierungsverbund in der Lausitz für Erneuerbare Energie), vom Ministerium für Jugend, Bildung und Sport (MJBS) in Brandenburg sowie dem Kreissportbund Oberspreewald-Lausitz, waren der Einladung in die Aula der Lausitzer Sportschule Cottbus gefolgt, um am 1. Netzwerktreffen teilzunehmen.

„Wir sind immer noch ein sehr junges Projekt, erst seit wenigen Wochen voll umfänglich operativ. Deshalb freuen wir uns sehr, dass unsere erste von einer ganzen Reihe von geplanten Informations- und Netzwerkveranstaltungen in der Wirtschaftsregion Lausitz auf sehr erfreuliche Resonanz getroffen ist. Das bestärkt und motiviert uns für unsere weitere Arbeit, den Sport in der Transformationsregion Lausitz dabei zu unterstützen, den Weg in seine Zukunft zu begleiten“, sagte Jona Peters, seit November Leiter des Netzwerkbüros für Nachhaltigkeit im Sport in der Lausitz.

Nach seiner Begrüßung der Gäste stellte Jona Peters das bis zunächst Ende 2028 angelegte Projekt vor. Neben Beratung und Hilfestellung für Sportvereine vor Ort konnte das Netzwerkbüro vor allem bei der Implementierung von Nachhaltigkeitskonzepten, beispielsweise beim Internationalen Springer-Meeting in Cottbus und beim Turnier der Meister, dem Weltcup im Gerätturnen in Cottbus, in seiner kurzen Laufzeit schon erste Nachhaltigkeitsakzente setzen. Bei den Beratungen kristallisierten sich als Themen immer wieder die Modernisierung von Sportstätten oder die Umrüstung auf LED-Beleuchtung heraus. Themen, die auch für die Teilnehmer am Netzwerktreffen in einer Mentimeter-Umfrage Relevanz hatten. Dazu war hier aber auch das Thema Mitgliedergewinnung und -bindung ein wichtiges Feld.

Im ersten Fachvortrag beleuchtete Steffen Müller, Bildungsreferent und Kinderschutzbeauftragter im Landessportbund (LSB) Brandenburg, ein Thema der sozialen Nachhaltigkeit: „Kinderschutz im Sport“. Müller, der seit 15 Jahren das Thema bearbeitet, sieht hier großen Nachholbedarf bei den Brandenburger Sportvereinen. Müller machte zunächst auf die gesetzlichen Grundlagen aufmerksam. Dies sieht vor, dass alle Sportvereine mit Kindern und Jugendlichen verpflichtet sind, ein Schutzkonzept zu erstellen. „Bis zum Ende des Jahres sollte das überall vorliegen“, empfahl Müller und machte auch auf Haftungsrisiken der Vorstände aufmerksam, sollte das nicht der Fall sein. Müller bot eine konkrete Handreichung bei der Erstellung eines solchen Konzeptes an und steht natürlich auch für Rückfragen zu Verfügung.

Steffen Müller, Kinderschutzbeauftragter beim Landessportbund Brandenburg. Foto: Thomas Juschus
Steffen Müller, Kinderschutzbeauftragter beim Landessportbund Brandenburg. Foto: Thomas Juschus

Unter dem Motto „Von Verein zu Verein“ startete der Vortrag von Miriam Kluttig, seit 2017 1. Vorsitzende beim Tennisclub (TC) Cottbus. Mit diesem Format sollen in Zukunft Best-Practice-Beispiele von Verein zu Verein vermittelt werden und Mut machen, den nicht immer einfachen Weg zu Nachhaltigkeit anzutreten. Der TC Cottbus hat für bei der Installation einer Flutlichtanlage für seine Tennisplätze Lichtmasten verwenden können, die bei der Umgestaltung und dem Neubau eines großen Cottbuser Einkaufszentrums auf den Parkplätzen abgerissen worden waren. Derzeit baut der Verein auf seinem Gelände ein neues Vereinsheim, das im Mai eingeweiht werden soll. „Vereine sollten ganz konkret auf im Verein vorhandenes Fachwissen zurückgreifen, beispielsweise Ingenieure oder Rechtsanwälte. Und wo das nicht geht, muss externes Wissen dazugeholt werden“, war einer der Tipps von Kluttig, selbst Bauingenieurin.

Miriam Kluttig, 1. Vorsitzende beim TC Cottbus. Foto: Thomas Juschus
Miriam Kluttig, 1. Vorsitzende beim TC Cottbus. Foto: Thomas Juschus

Dr. Witalij Schmidt, selbständiger Fördermittelberater aus Potsdam und zuvor sieben Jahre lang Leiter der Abteilung zur Förderung von Clubs und Veranstalter:innen von Livemusikkonzerten bei der Fördereinrichtung des Bundes „Initiative Musik gGmbH“, zeigte in seinem Vortrag „Von einer Projektidee zum Fördermittelantrag“ den oftmals beschwerlichen Weg zu einer Unterstützung auf. Andererseits machte er mit seiner Fördermittelpyramide auch Mut: Aus öffentlichen Mitteln, privaten Stiftungen, Soziallotterien, Spenden, Nachlässen und anderem mehr stehen in Deutschland jährlich ca. 60 Milliarden Euro zur Verfügung – vieles davon auch für den Sport. Wichtig sei dabei, den Weg zu einer Förderung, von der Idee, über die Beantragung bis zum Abschluss und der Abrechnung möglichst klar zu gestalten. „Es ist auch Mythos, Projekte klein zu rechnen, dann würden sie schneller genehmigt. Denken sie BIG“, war einer der Ratschläge von Dr. Witalij Schmidt.

Dr. Witalij Schmidt, selbständiger Fördermittelberater aus Potsdam. Foto: Thomas Juschus
Dr. Witalij Schmidt, selbständiger Fördermittelberater aus Potsdam. Foto: Thomas Juschus

Moderiert von den Netzwerkmitarbeiterinnen Vivien Fichert und Hannah Nowak (FSJ) stand zum Abschluss der Auftaktveranstaltung das Planspiel „Unser Verein 2036“ auf dem Programm. Anhand von vorgegebenen Maßnahmen und Ressourcen entwickelten vier Kleingruppen ihre Vision. „Nachhaltige Kinder- und Jugendarbeit im naturnahen, kooperative Sportverein“ überzeugte das Plenum am Ende am meisten. Andere Nachhaltigkeitsvisionen lauteten „Alle zusammen für ökologische Teilhabe“, „Klimaneutraler Spielbetrieb“ und „Gemeinsam mit dem (E) Bike zum Training“. Fast allen Gruppen war dabei das Thema Mobilität wichtig – zum Beispiel mit der Einführung eines Mitfahrportals für Auswärtsfahrten zu Fußballspielen oder anderen Sportevents.

Vivien Fichert (stehend, l.) und Hannah Nowak führten durch das Planspiel "Unser Verein 2036". Foto: Thomas Juschus
Vivien Fichert (stehend, l.) und Hannah Nowak führten durch das Planspiel „Unser Verein 2036“. Foto: Thomas Juschus

„Ich glaube, das war ein sehr gelungener Auftakt. Für mich ist es immer ein Erfolg, wenn ich mit einer neuen Erkenntnis nach Hause gehe. Das war für mich beispielsweise beim Thema Kinderschutz die Verpflichtung zur Erstellung eines Schutzkonzeptes“, sagte Dr. Witalij Schmidt. Steffen Blochwitz, Manager beim LKT Team Brandenburg, sagten vor allem die Ausführungen zur Fördermittellandschaft zu. „Dr. Schmidt und ich sind direkt nach der Veranstaltung in den weiteren Austausch gegangen – ich habe die eine oder andere Idee“, sagte der Olympiazweite von 1988 in der Mannschaftsverfolgung. Hanna Ahrenberg, Projektmanagerin bei QLEE, das kürzlich mit dem Thema „Zukunft bewegen: Nachhaltigkeit im Lausitzer Sportverein“, ein ähnliches Thema bespielte, lobt ebenfalls die Auftaktveranstaltung vom Netzwerkbüro für Nachhaltigkeit in der Lausitz. „Ein sehr schöner Auftakt. Vielleicht gelingt in naher Zukunft eine gemeinsame Veranstaltung – für eine nachhaltige Sportregion Lausitz“, sagte Ahrenberg.

Das Netzwerkbüro für Nachhaltigkeit plant in jedem Fall in diesem Jahr vier weitere Informationsveranstaltungen in der (Wirtschafts)Region Lausitz, möglichst in jedem der zugehörigen Kreissportbünde. „Nach der positiven Resonanz werden wir auch ein weiteres Netzwerktreffen mit einigen Impulsreferaten anbieten. Auch unsere Serie ,Von Verein zu Verein‘ setzen wir da natürlich fort. Ansonsten hoffen wir weiter auf einen regen Austausch mit den Sportvereinen“, sagte Leiter Jona Peters. Über kommenden Termine wird auf der Homepage, über Social Media oder den neuerdings zu abonnierenden Newsletter informiert.

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