Auf die Plätze, fertig: Vielfalt! – Nachhaltige Sportstätten praktisch gedacht

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Wie können Sportanlagen nicht nur Orte für Bewegung, sondern gleichzeitig auch Lebensräume für Mensch und Natur sein? Mit dieser Frage beschäftigte sich am 1. September 2026 ein gemeinsamer Workshop des Netzwerkbüros für Nachhaltigkeit im Sport in der Lausitz und des PZNU. Unter dem Titel „Auf die Plätze, fertig: Vielfalt!“ stand dabei im Mittelpunkt, wie sich Freiflächen rund um Sportstätten mit vergleichsweise einfachen Mitteln ökologischer, klimaangepasster und zugleich attraktiver gestalten lassen.

Foto: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Der Workshop begann bewusst offen: In einer gemeinsamen Austauschrunde konnten die Teilnehmenden zunächst eigene Erfahrungen, Fragen und Ideen einbringen. Dabei wurde schnell deutlich, dass nachhaltige Sportstätten nicht zwangsläufig mit großen baulichen Veränderungen oder hohen Investitionen verbunden sein müssen. Gerade Randbereiche, Böschungen, ungenutzte Ecken, Zaunbereiche, Eingänge oder Aufenthaltsflächen bieten Potenziale, ohne dass die eigentlichen Sport- und Bewegungsflächen verändert werden müssen.

An den Austausch schloss sich ein kurzer theoretischer Input an. Sportanlagen nehmen vielerorts große Grünflächen innerhalb von Siedlungsräumen ein und können deshalb einen wichtigen Beitrag zu Artenvielfalt, Klimaanpassung und Umweltbildung leisten. Gleichzeitig können naturnah gestaltete Flächen die Aufenthaltsqualität für Vereinsmitglieder sowie Besucherinnen und Besuchern erhöhen. Viele geeignete Maßnahmen sind zudem kostengünstig und vergleichsweise pflegearm.

Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, welchen ökologischen Mehrwert bereits kleine Veränderungen schaffen können. Blühstreifen und Blühflächen beispielsweise bieten Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung. Besonders sinnvoll sind regionale Saatgutmischungen auf sonnigen Standorten, die oftmals bereits mit ein bis zwei Mahden pro Jahr auskommen. Solche Flächen verbessern nicht nur das Nahrungsangebot für Bestäuber, sondern machen bislang wenig genutzte Bereiche eines Vereinsgeländes auch optisch attraktiver.

Darüber hinaus eröffnet die naturnahe Gestaltung des Sportplatzes auch Möglichkeiten für das Vereinsleben selbst. Pflanzaktionen, gemeinsame Pflegeeinsätze, Naturbeobachtungen oder Projekte mit Kindern und Jugendlichen verbinden ökologische Ziele mit Bildung, Gemeinschaft und sozialem Engagement.

Eine wichtige Botschaft war daher, Sportanlagen nicht ausschließlich funktional zu betrachten. Sie können gleichzeitig Bewegungsraum und Naturraum sein. Naturnahe Bereiche schaffen Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger, verbessern das Mikroklima und können die Identifikation mit dem eigenen Vereinsgelände stärken. Auch sehr kleine Strukturen können dabei bereits einen Unterschied machen. Steinhaufen, Sandflächen für Wildbienen, Totholz- oder Reisighaufen sowie Vogel- und Fledermauskästen benötigen häufig nur wenige Quadratmeter, schaffen aber wertvolle Rückzugs- und Lebensräume.

Fotos: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Benjes- oder Totholzhecken. Dabei wird Schnittgut zwischen Holzpfählen aufgeschichtet und so unmittelbar vor Ort weiterverwendet. Dies schont nicht nur Ressourcen, sondern spart auch den Geldbeutel. Die entstehenden Strukturen dienen Insekten als Lebensraum und Vögeln als Rückzugsort. Gleichzeitig können vorhandene Materialien genutzt werden, anstatt sie abtransportieren und entsorgen zu müssen. Im Workshop wurde dieses Prinzip auch anhand eines Holzzauns beziehungsweise Holzstapels aus Altholz aufgegriffen. Solche Lösungen können damit ökologische und praktische Funktionen verbinden und zeigen, wie vorhandene Ressourcen kreativ weitergenutzt werden können.

Fotos: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Auch Klima- und Staudenbeete spielten eine Rolle. Trockenheitsverträgliche und hitzeresistente Pflanzen wie Salbei, Katzenminze, Schafgarbe oder Sonnenhut kommen mit zunehmend heißen und trockenen Sommern besser zurecht. Gleichzeitig können solche Pflanzungen durch Verdunstung zur lokalen Kühlung beitragen und Bestäubern über lange Zeit Nahrung bieten. Gerade an Eingangs- und Aufenthaltsbereichen lässt sich so ökologische Wirkung mit einer ansprechenden Gestaltung verbinden.

Fotos: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Neben Pflanzen wurde auch die Bedeutung von Beschattung thematisiert. Bäume, Sträucher oder andere begrünte Bereiche können helfen, Aufenthaltsflächen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und das Mikroklima angenehmer zu gestalten. Heimische Pflanzen wie Holunder, Hasel, Weißdorn oder Schlehe bieten darüber hinaus Nahrung für Tiere, Windschutz und teilweise essbare Früchte. Im praktischen Teil des Workshops wurde zudem deutlich, dass solche Elemente nicht nur ökologische Funktionen erfüllen müssen. Beschattete oder bepflanzte Bereiche lassen sich beispielsweise auch spielerisch in das Vereinsgelände in Form eines Spielertunnels integrieren.

Fotos: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Bei dem Rundgang über das Gelände des PZNU konnten die Teilnehmenden die Praxisbeispiele direkt erleben und zahlreiche Maßnahmen diskutieren. Dabei wurde unmittelbar sichtbar, wie vielfältig eine nachhaltige Gestaltung auch auf begrenztem Raum aussehen kann. Das PZNU lädt Vereine zudem zu einem offenen Austausch ein. Gemeinsam können Umsetzungsmöglichkeiten besprochen werden, während ein Rundgang über das Gelände Inspiration für die Gestaltung der eigenen Sportstätte bietet. Gerade dieser praktische Bezug ist wertvoll: Die ökologischen Maßnahmen werden nicht nur theoretisch erläutert, sondern können unmittelbar vor Ort erlebt werden. Das PZNU zeigt damit anschaulich, dass Nachhaltigkeit auf Sport- und Vereinsflächen häufig bereits mit einfachen Ideen beginnen kann.

Am Ende blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: Für mehr Natur auf Sportanlagen braucht es nicht zwingend große Flächen oder umfangreiche Investitionen. Oft reichen bereits kleine, gut ausgewählte Maßnahmen. Viele davon sind kostengünstig, pflegearm und können langfristig sowohl der Natur als auch den Menschen zugutekommen.

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