Nachhaltigkeit von Anfang an: Stadtsportbund Cottbus gestaltet Schwimmkurse zukunftsfähig

Foto: Stadtsportbund Cottbus e.V.

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Schwimmen lernen und gleichzeitig Verantwortung für Umwelt und Gemeinschaft übernehmen

Schwimmen lernen, Sicherheit im Wasser gewinnen und dabei Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich mitdenken: Der Stadtsportbund Cottbus zeigt mit seinen Schwimmkursen für Kinder ab fünf Jahren, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit auch im alltäglichen Sportbetrieb umgesetzt werden kann. Dabei geht es nicht um einzelne große Maßnahmen, sondern vor allem um viele kleine Schritte, die gemeinsam Wirkung entfalten.

Von der Anreise über den Umgang mit Wasser und Materialien bis hin zur sozialen Teilhabe wurde betrachtet, an welchen Stellen die Schwimmkurse ressourcenschonender und zukunftsfähiger gestaltet werden können. Um die Maßnahmen effektiv zu planen und umzusetzen, ging der Stadtsportbund Cottbus in den Austausch mit dem Deutschen Schwimmverband und konnte hilfreiche Anmerkungen effizient in die Planung mit einbeziehen. Aus den verschiedensten Quellen wurden Informationen in dieser Zusammenarbeit gesammelt, u.a. aus folgenden:

Nachhaltige Sportveranstaltungen: Wissen, Planung, Maßnahmen & Tools – NSGV

World Aquatics: World Aquatics unveils sustainability strategy

Deutsche Sportjugend: Selbstcheck Nachhaltigkeit

Sportspezifisch: Sport & Nachhaltigkeit – RENN – Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien

Schwimmsportspezifisch: Swim Race Days: Der SV Westfalen als nachhaltiges Vorbild

Auch die sportlichen Ergebnisse können sich sehen lassen: Knapp 80 Prozent der teilnehmenden Kinder konnten im Rahmen der Kurse ein Schwimmabzeichen erwerben – vom Seepferdchen über den Seeräuber bis hin zu Bronze und Silber. Unterstützt wurden die Schwimmkurse dabei unter anderem von der LWG, die Badekappen zur Verfügung stellte.

Nachhaltigkeit beginnt schon auf dem Weg zur Schwimmhalle

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die An- und Abreise. Eltern werden auf Möglichkeiten wie Fahrgemeinschaften, öffentliche Verkehrsmittel sowie die Anreise mit dem Fahrrad oder zu Fuß hingewiesen. Klare Bring- und Abholzeiten helfen zusätzlich dabei, unnötige Fahrten und Wartezeiten zu vermeiden.

Auch bei Teilnehmenden mit einem längeren Anreiseweg wird nach Möglichkeiten gesucht, Fahrten zu reduzieren. So nehmen beispielsweise auch Kinder aus Berlin an den Schwimmkursen teil, die während dieser Zeit bei ihren Großeltern in der Region unterkommen.

Damit wird deutlich: Nachhaltige Sportangebote beginnen nicht erst am Beckenrand, sondern bereits bei der Organisation rund um das eigentliche Training.

Nachhaltigkeit ist auch eine soziale Aufgabe

Nachhaltigkeit bedeutet im Sport jedoch weit mehr als Klima- und Ressourcenschutz. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die soziale Dimension.

Die Schwimmkurse sollen Kindern unabhängig von Herkunft, Einkommen oder individuellem Schwimmniveau eine Teilnahme ermöglichen. Die Stadt Cottbus hat dabei geholfen, finanzielle Hürden zu reduzieren. Zwei der Schwimmkurse werden deswegen als Schulsozialkurse durchgeführt, in denen Kinder ab der 3. Klasse gezielt unterstützt werden.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Kindern, die zusätzliche Unterstützung benötigen. Für Kinder mit einer anerkannten Behinderung können beispielsweise Übungen angepasst, zusätzliche Pausen ermöglicht und eine engere Betreuung angeboten werden.

Das Ziel ist klar: Möglichst jedes Kind soll die Chance erhalten, sich sicher und wertgeschätzt im Wasser zu bewegen und eigene Fortschritte zu erleben.

Foto: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Wasser, Energie und Materialien bewusst nutzen

Gerade in einer Schwimmhalle spielen Wasser- und Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Die Kinder werden deshalb frühzeitig dafür sensibilisiert, verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Dazu gehört beispielsweise, nur kurz und gezielt zu duschen und Wasser nicht unnötig laufen zu lassen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Umgang mit Materialien. Für die Durchführung der Schwimmkurse mussten keine zusätzlichen Materialien angeschafft werden. Stattdessen werden vorhandene Leihmaterialien der Lagune beziehungsweise der DLRG genutzt.

Dabei zeigt sich, dass nachhaltige Lösungen nicht kompliziert sein müssen. So kommen beispielsweise Bambusstäbe der DLRG zum Einsatz, die Kindern Sicherheit geben können, wenn sie sich im Wasser zunächst noch nicht vollständig trauen loszulassen. Vorhandenes sinnvoll weiterzuverwenden und Materialien gemeinsam zu nutzen, schont Ressourcen und vermeidet unnötige Neuanschaffungen.

Auch abseits des Schwimmbeckens setzt sich dieser Ansatz fort: Wiederverwendbare Trinkflaschen, Brotdosen, Badekappen und Lehrmaterialien tragen dazu bei, Abfälle zu reduzieren. Informationen und Bescheinigungen für Eltern werden, soweit möglich, digital bereitgestellt.

Fotos: Stadtsportbund Cottbus e.V.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Das Beispiel der Schwimmkurse des Stadtsportbundes Cottbus zeigt, dass Nachhaltigkeit im Sport nicht zwangsläufig mit großen Investitionen verbunden sein muss.

Vorhandene Materialien weiterzuverwenden, Abläufe sinnvoll zu organisieren, Wasser und Energie bewusst einzusetzen, digitale Kommunikation zu nutzen und allen Kindern möglichst gute Teilhabechancen zu eröffnen, sind Maßnahmen, die unmittelbar im Sportalltag ansetzen.

Gerade darin liegt eine große Chance für Sportvereine und Sportorganisationen: Nachhaltigkeit kann dort beginnen, wo ohnehin täglich trainiert, organisiert und miteinander gelernt wird.

Wenn Kinder bereits beim Schwimmenlernen erleben, dass ein bewusster Umgang mit Ressourcen und ein respektvolles Miteinander selbstverständlich dazugehören, verbindet sich sportliche Bildung ganz praktisch mit nachhaltigem Handeln.

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