Erfolgreiches 2. Netzwerktreffen für Nachhaltigkeit: Förderung, Fairness und Vereinsrealität im Fokus der Lausitzer Sportlandschaft

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Mit starken Impulsen aus Förderung, Fairness und Vereinsrealität machte das Netzwerktreffen deutlich, dass die Lausitz auf dem Weg ist, eine echte nachhaltige Sportregion zu werden.

Beim Netzwerktreffen zur Nachhaltigkeit im Sport in der Lausitz wurde deutlich, wie breit das Thema inzwischen in der regionalen Sportlandschaft verankert ist. Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Verbänden und Initiativen aus Elbe-Elster, Oberspreewald Lausitz, Cottbus und Potsdam kamen zusammen, um sich über Fördermöglichkeiten, faire Beschaffung, Energieeffizienz und nachhaltige Vereinsentwicklung auszutauschen. Vertreter des Bundesverband Erneuerbare Energie e.V., Cottbuser Tanzverein e.V., Gymnastikverein Cottbus e.V., JC Großräschen e.V., KSB Elbe-Elster, KSC Asahi Spremberg e.V., Landessport Brandenburg, Segel- und Wassersportgemeinschaft „Gräbendorfer See“ e.V., RSC Cottbus e.V. und SV Großräschen e.V. waren der Einladung in das Studierhaus der iba-Terassen in Großräschen gefolgt, um am 2. Netzwerktreffen teilzunehmen. Der Nachmittag bot eine Mischung aus Fachinput, Praxisbeispielen und interaktiven Elementen – und zeigte, wie viel Potenzial in der Region steckt.

Auftakt: Jona Peters stellt das Netzwerkbüro vor

Den Beginn machte Jona Peters, Leiter des Netzwerkbüros für Nachhaltigkeit im Sport in der Lausitz. Er erläuterte, warum das Netzwerkbüro gegründet wurde und welche Rolle es in der Region einnimmt:
Vereine sollen bei der Transformation hin zu nachhaltigen Strukturen begleitet, vernetzt und durch die Vielzahl an Förderprogrammen gelotst werden.

Er ordnete die Themen entlang der drei Nachhaltigkeitssäulen ein:

  • Ökologie: Energieberatung, PV-Anlagen, LED-Umrüstung, Mehrwegkonzepte, naturnahe Grünflächen
  • Ökonomie: Digitalisierung, effiziente Vereinsstrukturen, langfristige Partnerschaften
  • Soziales: Inklusion, Teilhabe, Schutzkonzepte, Ehrenamtsstärkung

Peters betonte, dass Nachhaltigkeit im Sport nicht nur ein ökologisches Thema ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches. Damit sei der Sport ein zentraler Ort, um nachhaltige Werte zu vermitteln und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

LEADER-Förderung: Michael Franke zeigt konkrete Wege zur Finanzierung

Im zweiten Vortrag gab Michael Franke einen tiefen Einblick in die LEADER-Förderung, eines der wichtigsten Instrumente für ländliche Entwicklung in Brandenburg.
Er machte deutlich, dass LEADER bewusst bottom-up funktioniert: Nicht Programme geben vor, was gefördert wird, sondern die Region entscheidet selbst, welche Projekte sie weiterbringen.

Zentrale Fakten:

  • Brandenburg verfügt über 14 LEADER-Regionen, die 90 % der Landesfläche abdecken.
  • Förderfähig sind Vereine, Kommunen, Privatpersonen, Stiftungen und Unternehmen.
  • Fördersatz im Sportbereich: bis zu 75 %
  • Förderobergrenze für Vereine: 200.000 €
  • Bagatellgrenze: 5.000 €

Franke zeigte anhand konkreter Beispiele – Spielplätze, touristische Infrastruktur, Vereinsgebäude, Begegnungsorte –, wie breit LEADER wirkt.
Besonders hervorgehoben wurde das Regionalbudget, das mit 90 % Förderung und bis zu 20.000 € pro Projekt eine niedrigschwellige Möglichkeit für Vereine bietet. Der Eigenanteil kann sogar durch Eigenleistung in Form von menschlichen Arbeitsstunden erbracht werden – ein entscheidender Vorteil für ehrenamtlich geführte Vereine.

Globale Verantwortung im Sport: Ben Zeise über faire Lieferketten und soziale Nachhaltigkeit

Der dritte Vortrag kam von Ben Zeise (Sport handelt fair), der eindrucksvoll zeigte, wie eng Sport, globale Lieferketten und soziale Verantwortung miteinander verknüpft sind.
Er machte deutlich, dass Nachhaltigkeit im Sport nicht bei Energiefragen endet, sondern auch die Arbeitsbedingungen in der Sportartikelproduktion, Menschenrechte und faire Beschaffung umfasst.

Zentrale Fakten aus seinem Vortrag:

  • Für ein einziges Polyester-Trikot werden rund 100 Liter Süßwasser benötigt.
  • Die Sportartikelindustrie gehört zu den ressourcenintensivsten Textilbranchen weltweit.
  • Viele Vereine kaufen jährlich neue Trikotsätze – oft ohne Blick auf Herkunft oder Produktionsbedingungen.
  • Faire Textilsiegel und nachhaltige Lieferketten sind verfügbar, aber noch wenig verbreitet.

Zeise ordnete diese Fakten in den gesellschaftlichen Kontext ein und verwies auf die JIM‑Studie 2023, die zeigt, dass Jugendliche heute ein starkes Bewusstsein für Klimaschutz und globale Gerechtigkeit haben und ein starker Multiplikator sind.
63 % der Jugendlichen geben an, sich sehr für Klimawandel und Nachhaltigkeit zu interessieren und 62 % der Jugendlichen treiben mindestens einmal pro Woche Sport. Damit sei der Sport ein idealer Ort, um diese Themen aufzugreifen und weiterzutragen.

Er stellte zudem Werkzeuge vor, die Vereine sofort nutzen können:
Leitfäden für faire Beschaffung, nachhaltige Textillisten, Awareness‑Konzepte gegen Diskriminierung und Gewalt sowie Beispiele aus Vereinen, die bereits umgestellt haben.

Praxis aus der Lausitz: Mario Schicketanz vom SV Sonnewalde e.V.

Wie Nachhaltigkeit im Vereinsalltag konkret aussehen kann, zeigte Mario Schicketanz vom SV Sonnewalde e.V.. Sein Vortrag war ein Paradebeispiel dafür, wie Vereine mit Kreativität, Engagement und Fördermitteln echte Veränderungen erreichen.

Der SV Sonnewalde hat u. a. umgesetzt:

  • Holzvergaser-Heizung zur Reduktion fossiler Energieträger
  • Bewässerungsanlage mit neuer Brunnenbohrung
  • Mähroboter zur Flächenpflege
  • PV-Anlage mit 10 kW Speicher, die den Stromverbrauch von 5.000 kWh auf 1.000 kWh senkte
  • Umrüstung auf LED-Technik
  • Optimierung der Vereinsinfrastruktur durch digitale Tools

Schicketanz zeigte offen, welche Herausforderungen es gab – und wie sich Investitionen langfristig auszahlen. Sein Vortrag machte Mut und zeigte, dass Nachhaltigkeit kein abstraktes Konzept ist, sondern konkrete Vorteile für Vereine bringt: geringere Kosten, weniger Aufwand, mehr Zukunftsfähigkeit.

Planspiel: Nachhaltigkeit gemeinsam denken

Zum Abschluss nahmen die Teilnehmenden an einem interaktiven Planspiel teil. In Kleingruppen wurden Szenarien zur nachhaltigen Vereinsentwicklung für einen fiktiven Verein in 2036 durchgespielt – von Energiefragen über Mobilität bis hin zu sozialen Aspekten.
Die Diskussionen zeigten, wie unterschiedlich die Ausgangslagen der Vereine sind, aber auch, wie ähnlich ihre Herausforderungen: Finanzierung, Ehrenamt, Infrastruktur, Energiepreise, gesellschaftliche Erwartungen.

Die Teilnehmenden hatten innovative Ideen und haben einen Perspektivwechsel erlebt, der ihnen neue Anreize für ihren eigenen Vereinen gegeben hat.

Das Netzwerktreffen machte deutlich, wie viel Know-how, Engagement und Innovationskraft in den Lausitzer Sportvereinen steckt.
Mit starken Impulsen aus Förderung, fairer Beschaffung und praktischer Vereinsarbeit wurde klar:
Die Lausitz hat das Potenzial, eine nachhaltige Sportregion zu werden – und die Vereine gestalten diesen Weg aktiv mit.

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